Kratzmäuse

Unter dem Begriff der „Kratzmaus“ versteht man Tiere, die sich - scheinbar grundlos - kratzen.

Grundlegendes

Kratzmaus mit Ohrbeteiligung Die Ursachen sind wissenschaftlich noch nicht hinlänglich erwiesen. Als eine mögliche Erklärung wird eine Überempfindlichkeitsreaktion gegen Ektoparasiten (also Parasiten, die auf dem Tier leben) angesehen. Eventuell durch eine Immunschwäche zum Zeitpunkt des Befalls hervorgerufen, kann es zu einer Fehlregulation des Immunsystems und in Folge dessen zu einer Art Allergie kommen. Diese äußert sich dann nicht nur bei akutem Befall, sondern auch schon bei Kontakt mit Bestandteilen oder Kot der Parasiten in teilweise starken Reaktionen.

:!: Natürlich sollte vor der Diagnosestellung „Kratzmaus“ immer erst ein aktueller Parasitenbefall, eine Pilzerkrankung oder anderweitige Allergien ausgeschlossen werden.

Symptome

Kratzmaus Monk

Wie der Name schon vermuten lässt liegt das Hauptproblem der Kratzmäuse in ständigem Juckreiz. Typisch sind dabei einem akuten Milbenbefall entsprechende Symptome. Dies sind neben Verhaltensauffälligkeiten wie verstärktem Kratzen und allgemeiner Unruhe, vorallem Hautveränderungen durch die mechanische Beeinträchtigung. Charakteristisch treten diese zunächst im Kopfbereich auf und breiten sich im Verlauf immer weiter aus. Es kommt dabei nach anfänglichem Haarverlust und leicht schorfigen Stellen sehr oft zu schwerwiegenden Verletzungen. Neben tiefen Wunden, die nicht selten bis auf's Fleisch reichen, werden häufig auch die Ohren stark in Mitleidenschaft gezogen. Teilweise kommt es zum vollkommenen Verlust der äußeren Ohrmuschel.

Behandlung

Die Tatsache, dass die Ursachen dieser Krankheit noch nicht abschließend geklärt sind, erlaubt lediglich eine symptomatische Behandlung, eine Heilung ist nicht möglich. Leider sind auch die Erfahrungsberichte hinsichtlich wirksamer Mittel teilweise widersprüchlich, so dass im Bedarfsfall entschieden und getestet werden muss, was für jeden einzelnen Fall das Mittel der Wahl darstellt.

:!: Allerdings sollte man sich der Tatsache bewusst sein, dass in vielen Fällen keines der folgenden Medikamente wirkt. In jedem Fall sollte immer das Wohl der Maus im Auge behalten werden. Die Nutzen einer lebenslangen Medikamentengabe müssen immer in Relation zur dadurch gewonnenen Lebensqualität gesetzt werden.

Gute Behandlungserfolge lassen sich bei Juckreiz in der Regel - bei Kratzmäusen nur manchmal - durch Kortisonpräparate verzeichnen. Problematisch ist allerdings die Verabreichung, da eine lebenslange, tägliche Spritzenbehandlung wohl keiner noch so zahmen Maus zuzumuten ist.

Eine weitere erfolgversprechende Behandlung kann durch Fenistil-Tropfen aus der Apotheke erfolgen. Zu beachten ist, dass dieses Mittel verterinärmedizinisch nicht getestet und bedingt durch den Alkoholgehalt auch nicht ungefährlich ist. Fenistil wird auch ohne Alkohol angeboten - bitte achten Sie beim Kauf darauf. Ein sorgfältiger und umsichtiger Umgang sollte darum selbstverständlich sein. Die Dosierung beträgt nach Absprache mit dem Tierarzt 1 bis 2 Tropfen pro Tag, bei sichtbarem Erfolg sollte man auf 1 Tropfen täglich reduzieren.

Neuere Behandlungsversuche mit Schmerzmedikamenten wie Novalgin oder Metacam zeigen ebenfalls gute Behandlungstendenzen. Diese Art der Anwendung ist allerdings in der Tiermedizin nicht unbedingt üblich, zudem sollte man sich der Gefahr von Nebenwirkungen immer bewusst sein.

Zu guter Letzt noch ein homöopathisches Mittel, welches normalerweise in der Tumortherapie eingesetzt wird: Neyling 66. Auch hierbei ist die Wirkungsweise nicht bekannt, die Wirksamkeit nicht erwiesen. Dennoch gibt es einige Erfolge, die eventuell auf dieses Präparat zurückzuführen sind. Gegeben werden sollte 1 Tropfen 1-2mal täglich. Kratzmaus, ausgelöst durch Milbenbefall Neben diesen drei Mitteln zur oralen Eingabe bzw. zum Spritzen gibt es natürlich noch etliche entzündungshemmende oder auch Juckreiz stillende Cremes und Salben. Von Mitteln für den menschlichen Gebrauch ist von vornerein abzuraten, da diese nicht bezüglich der Verträglich bei oraler Aufnahme durch das Tier getestet sind und eventuelle Auswirkungen somit nicht abzuschätzen sind. Aber auch verterinärmedizinische Produkte bringen Kratzmäusen nur selten Linderung. Ursache hierfür ist vorallem die Tatsache, dass die Maus im Regelfall sofort bemüht sein wird diesen „Fremdkörper“ wieder loszuwerden. Sie wird also lecken, putzen, kratzen und damit zum einen der Creme/Salbe jede Chance zu wirken nehmen. Auf der anderen Seite - was noch viel fataler ist - wird durch diese zusätzliche Strapazierung des Gewebes jegliche Heilung verhindert.

Zur Behandlung schwerwiegender bakterieller Sekundärinfektionen, die manchmal die Abheilung behindern können, kann zusätzlich in Rücksprache mit dem Tierarzt ein Antibiotikum verabreicht werden.

Erfolgsaussichten

Trotz teilweise positiver Erfahrungsberichte sind die Chancen eine Kratzmaus erfolgreich und vorallem dauerhauft zu therapieren gering. Eine genaue Beobachtung des Tieres, gegebenenfalls auch eine Entscheidung gegen eine weitere Therapie und für eine Erlösung der Maus sind unerlässlich.

Sarah Kremeyer 18.01.2007 11:48.

 
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farbmaus/kratzmaus.txt · Zuletzt geändert: 2011/06/16 15:49 von beere
 
 
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