Farbmäuse können sowohl von verschiedenen Milbenarten als auch von Haarlingen und Flöhen befallen sein. Diese Parasiten ernähren sich von Hautauscheidungen und Blut und sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen.
Bei Befall zeigen sich folgende Symptome:
Ein unbehandelter Befall kann im schlimmsten Fall zum Tod durch Stress führen!
Die Absicherung der Diagnose durch einen erfahrenen Tierarzt ist oft notwendig, da ein Laie kaum die verschiedenen Milbenarten erkennen kann. Ebenso kann es zu einem Befall mit der Tropischen Rattenmilbe oder der Roten Vogelmilbe kommen. Diese blutsaugenden, nicht wirtsspezifischen Milben sind sehr hartnäckig in ihrer Bekämpfung, so daß spezielle Behandlungen nötig sind. Weiteres unter Tropische Rattenmilbe, Rote Vogelmilbe. Bitte besprechen sie die einzelnen Schritte nochmals genau mit ihrem Tierarzt.
Folgende Präparate werden bei Milbenbefall empfohlen :
Stronghold(klick für genauere Infos!) wird zum Auftragen auf die Haut als Spot on verwendet.
Ein Tropfen Stronghold (für Katzen, Katzenkinder oder kleine Hunderassen) reicht pro Maus aus.
Wichtig: Niemals Lösung oral eingeben oder gar spritzen!
Stronghold ist 3 Stunden nach Anbruch der Tube nicht mehr anzuwenden.
Bitte beachten Sie: Stronghold scheint nicht gegen alle Milbenarten zu wirken, insbesondere gibt es Berichte, dass Grabmilben nicht zuverlässig abgetötet werden. Besteht ein solcher Verdacht bei Ihren Tieren, können Alternativpräparate wie Ivomec oder Advocat weiterhelfen.
Wichtig: KEIN Frontline Spot-On verwenden !
Wiederholte Berichte darüber bestätigen , dass Farbmäuse kein Ivomec (Ivomectin) vertragen. Es wurden schon bei geringer Dosierung Vergiftungserscheinungen wie Störungen des zentralen Nervensystems (ZNS) bis zum Koma, Zittern oder starkes Speicheln beobachet.
Bitte beachten Sie: es gibt neueste Erfahrungsberichte, nach denen Ivomec entgegen anderslautenden früheren Berichten doch gut vertragen wird von Farbmäusen und u.U. auch bei manchen Milbenarten wirkt, die auf Stronghold nicht reagieren. Befragen Sie ihren Tierarzt zu diesem Thema (speziell: Verdünnung von Ivomec, da pur meist zu stark!) und holen Sie sich weitere Informationen im Forum!
Baden bedeutet für die Tiere Stress und begünstigt Erkältungen sowie den Ausbruch einer Atemwegserkrankungen.
enthalten teils nicht näher angegebene Öle, sind nicht zuverlässig wirksam, teils fellschädigend.
Wichtig: Alle Tiere müssen behandelt werden, auch wenn sie scheinbar nicht befallen sind!
Um einen erneuten Befall zu verhindern, müssen das Gehege und alle darin befindlichen Gegenstände gründlich gereinigt oder weggeworfen werden.
Waschen Sie das Gehege/Einrichtungsgegenstände mit kochendem Essigwasser ab.
Sprühen Sie alles mit Bactazol oder Ardap Spray gründlich aus und spülen Sie es nach ca 1-2 Stunden Einwirkzeit wieder gründlich ab um evtl. Vergiftungen zu vermeiden. Die Sprays nur auf trockenen Oberflächen anwenden da sonst die desinfizierende Wirkung nicht gewährleistet ist.
Auch das Ausbacken im Backrohr ist möglich: 30 min bei 100° sind hier ausreichend. Lassen Sie danach alles gut abkühlen und auslüften!
Achtung: Bei zu hohen Temperaturen (>150°C) besteht Brandgefahr
Bei einer Temperatur von -18°C (Tiefkühltruhe) für 48 (besser: 72) Stunden sollte kein Ungeziefer überleben. Beachten Sie, dass das Gefriergut eine gewisse Zeit braucht, bis es die erforderliche Kerntemperatur aufweist - erst dann „zählen“ die 48 oder besser 72 Stunden. Deshalb lieber einen Tag länger einfrieren als zu kurz.
Um einem erneuten Befall vorzubeugen, empfiehlt es sich, alle neu hinzugekauften Gegenstände sowie Heu, Einstreu, Futter und Stroh ebenfalls für mindestens 48 Stunden bei -18 ° einzufrieren.
Alle neu hinzukommenden Tiere sollten präventiv mit einem Tropfen Stronghold behandelt werden.
Zusammengestellt aus Artikeln von Inge Rogalla und vindoatus