Farbmausbabies

Die Jungen der Farbmaus kommen nackt und blind zur Welt (sog. Pinkies). Sie sind Nesthocker und brauchen, bis sie die Augen öffnen, intensive Pflege von ihrer Mutter. Die Mutter säugt, putzt und pflegt ihren Wurf, bis dieser von der Milch entwöhnt ist und sein eigenes Leben zu leben beginnt.

:!: Wer sich für die Trächtigkeit und Jungtieraufzucht interessiert, kann u.U. ein trächtiges Notfalltier vom Tierschutz bekommen oder bei einem Profi-Züchter einmal die Weibchen beobachten. Keinesfalls sollte man als Laie selbst Nachwuchs „produzieren“!

Entwicklung

Junge Farbmaus, 2 bis 3 Wochen alt

Bei Farbmäusen kann man praktisch zusehen, wie sie in vier Wochen von einem Baby zu einer geschlechtsreifen (adulten) Maus werden. In den ersten Tagen sind die Jungen noch nackt und blind; durch leise Fiepslaute machen sie auf sich aufmerksam. Erst mit dem dritten Tag beginnt sich das Fell zu entwickeln, dabei durchstoßen kleine Härchen die Haut der Jungen.
Um den fünften Tag herum öffenen sich die Ohren und die Jungen nehmen nun ihre Umgebung akutisch wahr. Zu diesen Zeitpunkt kann man auch schon die ungefähre Fellzeichnung erkennen.
Mit dem 6.-8. Lebenstag beginnen die ersten Ausflüge. Sollte ein Junges aus Versehen aus dem Nest krabbeln, wird es von Mutter oder Ziehtanten wieder in das Nest geholt.

Ab dem 12. bis 16. Tag öffnen sich die Augen und die Jungen beginnen aktiv ihre Umgebung zu erkunden, was durch übereifrige Mütter oder Tanten gelegentlich noch verhindert wird.
Mit dem Sehen kommt auch die Neugier: Die Jungen beginnen nun, der Mutter oder Ziehtante das Fressen aus dem Pfoten zu klauen, um selbst daran zu nagen. So lernen sie, was sie fressen dürfen und was nicht. Die Entwicklung des Fells ist ungefähr mit dem Ende der zweiten Lebenswoche abgeschlossen. Ab der dritten Lebenswoche werden die Jungen entwöhnt, sie müssen aber noch eine Woche bei der Mutter bleiben, um lebenswichtige Verhaltensweisen zu erlernen.

Wie viele andere Jungtiere sind auch junge Mäuse in ihren ersten Lebensmonaten besonders ausgelassen und übermütig. Offenhaltung kommt in dieser Lebensphase noch nicht in Frage, da die Jungtiere oftmals unkontrolliert herumspringen und dabei eine Höhe von bis zu 40 cm erreichen können. Daher wird diese Zeit auch als Flohalter bezeichnet, die jungen Mäuse als Springer.

Erst im Alter von ca. 6 Monaten ist die körperliche Entwicklung bei Farbmäusen abgeschlossen, d. h. sie sind ausgewachsen.

Geschlechtertrennung

Mit dem 28. Tag sollten die Babys nach Geschlechtern getrennt werden. Zu diesem Zeitpunkt sieht man meist schon deutlich die Hoden der Böckchen. Der Halter kann nun die Böcke auf Kastrationsgewicht bringen und sie von einem erfahrenen Tierarzt kastrieren lassen, um sie dann wieder in ihre Familie einzugliedern, oder versuchen, die Böckchen als Kastratengruppe zusammen zu halten, oder sie an andere Halter abgeben.
Die Weibchen können bei der Mutter bleiben und von ihr lernen.

:!: Entgegen anderslautender Internetseiten oder „Fachbüchern“ ist eine Trennung der Farbmauskinder vor dem 28.Tag nicht nötig und würde den Kindern wichtige Erfahrungen und soziale Lernvorgänge mit dem Muttertier vorenthalten.

Ruhe bitte!

Farbmausmutter mit ihrem Wurf

Auch wenn es sehr verlockend sein mag, ständig die Jungen anzusehen und ihre Entwicklung live zu verfolgen, sollte der Halter geduldig darauf warten bis die Mäusejungen ihre Augen öffnen, um den ersten Kontakt mit ihnen aufbauen zu können.

:!: Wenn die Jungen ständig angefasst werden und somit nicht mehr nach dem Muttertier riechen, kann dieses ihre Jungen verstoßen oder gar töten.

Das Gleiche gilt auch für andauerndes Öffnen des Nestes oder Anheben des Häuschens - es verunsichert das Muttertier und kann es dazu bringen, seine Jungen und sich in Gefahr zu wähnen und diese deshalb zu töten. Ein gesundes Mäuseweibchen ist durchaus in der Lage, ihren Wurf alleine groß zu ziehen - es muss dabei nicht vom Halter ständig überwacht und kontrolliert werden.

Sandra Thees

 
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farbmaus/nachwuchs.txt · Zuletzt geändert: 2014/05/24 20:28 von mus_musculus
 
 
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