„Rasieren“ bedeutet, dass einer Maus durch überfürsorgliches Putzen durch einen Artgenossen die Haare ausfallen oder abgebissen werden - sie wird zwangsgeputzt. Die Haut bleibt dabei unverletzt, ist höchstens leicht gerötet.
Häufig werden Stellen am Nacken, Kopf oder Rücken rasiert, die rasierten Stellen sind dabei komplett haarlos und klar abgegrenzt. Fell- und Tasthaareverlust wird auch „Trichotillomanie (Barberring) genannt.
Die Mäuse, die rasiert werden, stehen häufig niedrig in der Rangordnung. Das Rasieren stellt demnach eine mehr oder weniger friedliche Art dar, die Rangordnung zu demonstrieren und zu erhalten. Rasieren ist zwar relativ selten, gehört aber zum Spektrum der normalen Dominanzgesten.
In seltenen Fällen wird mehr als eine Maus oder ganz selten die gesamte Gruppe durch den Übeltäter rasiert, der dann daran zu erkennen ist, dass er als einziger keine kahlen Stellen aufweist.
Der aufmerksame Halter wird neben den äußerlichen Anzeichen der Rasur auch das z.T. recht laute „Putz-Fiepen“ hören können, wenn eine Maus rasiert und ihr die Haare abgeknabbert werdem.
Gegen das „Rasieren“ kann der Halter wenig machen, häufig geraten wird:
Das wirksamste Mittel ist Warten, dass der „Rasierer“ wieder aufhört. Das kann genauso plötzlich passieren, wie es angefangen hat, oder aber auch erst mit dem Tod der Maus.
Für die rasierte Maus stellt im Gegensatz zu rasierten Stellen an Kopf, Nacken und Rücken speziell der Verlust der Tasthaare im Gesicht eine Beeinträchtigung ihrer Orientierungsfähigkeiten dar. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Tiere in den meisten Fällen im Stande sind, diese Beeinträchtigung zu kompensieren und sich ganz normal im Käfig zurechtzufinden.