Verhaltensauffälligkeiten

Verhaltensauffällig ist eine Maus, wenn sie ständig einem Verhaltensmuster folgt, das eigentlich nicht normal oder arttypisch ist. Sie zeigt dann ein stereotypes Verhalten (Stereotypie).

Labormäuse: Labormäuse, die über Monate in einem winzigen Plastikkäfig lebten (sog. Makrolon-Boxen) und dann in einen normalen Käfig mit Einrichtung kommen, können durch den Stress der Situation anfangen, sich im Kreis zu drehen oder im Kreis zu laufen. Dieses Verhalten half ihnen im Plastikkäfig, wo sie nur Wasser, Futter und Streu hatten, Stress zu bewältigen. Es ist für diese Mäuse also ein ganz normales Verhalten.
Angemerkt sei, dass nicht jedes Labortier diesen „Knacks“ hat und dass einige dieses Verhalten auch irgendwann wieder ablegen.

gitternagende Maus in nicht-artgerechtem Käfig Zu wenig Platz: Eine Maus wird in einem kleinen Käfig gehalten, als Folge dessen nagt sie an den Gitterstäben oder versucht ständig den Halter auf sich aufmerksam zu machen, damit sie raus kann. Dieses Verhalten kann stereotyp werden, für die Maus also zu einem zwanghaften Verhaltensmuster, welches sie unter bestimmten Einflussfaktoren immer und immer wieder ausführt.
Wird dieser Maus nun ein größerer Käfig gegeben, kann es sein, das sie plötzlich nichts mehr vom Halter will und lieber ihr natürliches Verhalten auslebt. Genauso kann sie leider auch in einem größeren Käfig das Gitternagen beibehalten, allerdings kommt es hier auch immer darauf an, wie lange sie davor schon Gitter genagt hat.
Mehr Informationen zum Thema „artgerechter Käfig“ lesen Sie bitte unter


Zwangsputzen: Manche Farbmäuse neigen dazu, ihre Artgenossen im Sinne einer Dominanzgeste regelrecht „runterzuputzen“ - sie knabbern ihnen also das Fell ab. Im schlimmeren Fällen kann es auch vorkommen, dass die Tiere sich gegenseitig die Tasthaare (Vibrissen) abnagen und somit eine echte Beeinträchtigung zufügen. Mehr dazu lesen Sie bitte hier. zwangsgeputzte Farbmaus

:!: Wichtig: Immer wenn eine Maus sich nicht arttypisch verhält, muss der Halter nach dem Grund dafür suchen und versuchen, eine Lösung zu finden, damit das Tier wieder normal leben kann bzw. keinen allzu großen „Knacks“ bekommt.
Häufig hilft es schon, wenn man den Käfig an die Mindestmaße anpasst, artgerechtes Kletter- und Spielzeug, ein großes Versteck und viel Einstreu anbietet oder dem Tier neue Impulse gibt (durch Sachen, die es noch nicht kennt, z.B. Heu, Stroh, Kapok, etc.).

Allerdings sollte man auch immer versuchen, die Situation aus Sicht des Tieres zu sehen. Bei den Labortieren aus dem ersten Beispiel wäre es falsch, sie ständig mit neuen Einrichtungsgegenständen zu überfordern, da sie darauf nur mit Kreiseln reagieren würden. Bei diesen Tieren ist es wichtiger, sie langsam an Häuser, Heu und Inventar heran zu führen ( = systematische Desensibilisierung), um irgendwann vielleicht den Erfolg zu haben, dass sie auf Neues nicht mehr mit Kreiseln reagieren, sondern wie jede andere Maus mit einer Mischung aus Angst und Neugier.

Sandra Thees 30.09.2006 14:10.

 
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farbmaus/verhaltensauffaelligkeiten.txt · Zuletzt geändert: 2008/05/07 13:02 von ungehorsam
 
 
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