Häufige Fehler

Viele Fehler in der Mäusehaltung können zu gesundheitlichen Problemen oder sogar dem frühzeitigen Tod der Tiere führen. Deswegen ist es wichtig, im Interesse der Mäuse Fehler rechtzeitig zu erkennen und zu beheben.

Was man alles falsch machen kann:

  • Verfüttern von Drops, Brot, Nager-Knabberstangen mit Zucker und Honig, menschlichem Essen, etc.
  • Hamsterwatte
  • Zu kleine Laufräder und/oder Schereneffekt, Laufkugeln/Laufbälle/Joggingbälle
  • Kunststoffeinrichtung in jeglicher Form wie geschlossene Häuser
  • Gitteretagen/Gitterebenen, Laufräder ohne geschlossene Lauffläche, Metallheuraufen, Metallspiralen
  • Zu kleine Käfige mit geringer Belüftung
  • Mäuse baden
  • Mäuse mit Duftstoffen einsprühen
  • Mäuse ständig gegen ihren Willen aus dem Käfig nehmen
  • Mäuse am Schwanz hochheben
  • etc.

Nichtbedenken der Folgekosten

Mäuse kann man für wenig Geld überall kaufen. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie keine Folgekosten verursacht, die über Futter, Leckerlis und Einstreu hinausgehen.
Neben einem artgerechtem Käfig, den man meistens bauen muss, da es im Handel kaum artgerechte Käfige gibt, schlägt ein Tierarztbesuch bei einer Krankheit auch mit teilweise hohen Kosten zu Buche.
Ist erst einmal ein Grundstock an Einrichtungsgegenständen, korrekten Futterzutaten und ein ausreichend grosser Käfig vorhanden, ist pro Maus und Monat mit 5-10€ Unterhaltskosten zu rechnen. Hinzu können natürlich immer Tierarztrechnungen kommen, bei denen nur die Grunduntersuchung zwischen 8 und 12€ liegt.
Tieren aus persönlichem Geldmangel ein gutes Futter, Arztbesuche oder ein größeres Gehege zu verweigern, kann nicht im Sinne des Tieres sein! Bitte bedenken Sie dies. Am Besten noch VOR der Anschaffung.

Keine Übernahme von Verantwortung

Wenn man sich Tiere anschafft, übernimmt man auch die Verantwortung für das Leben dieser kleinen Wesen, das heißt auch

  • bei Krankheit mit ihnen zum Tierarzt zu gehen
  • sie gut untergebracht zu wissen, wenn man in den Urlaub fährt
  • sie angemessen versorgen zu können und sie nicht als lästig zu empfinden
  • sie nicht einfach „wegzuwerfen“, wenn man sie leid ist

:!: Diese und weitere Fragen, die Sie sich stellen sollten, bevor Sie sich Mäuse anschaffen, finden Sie hier.

Ungewollte Vermehrungen

Zu ungewolltem Nachwuchs kommt man schneller als man denkt (falsche Geschlechtertrennung, schwanger gekauftes Weibchen etc.).
Wenn man ungewollten Nachwuchs bekommt, sollte man sich schnellsten mit dem Abschnitt zu Nachwuchs unter Verhalten und Theman Geschlechtertrennung befassen, um weitere Würfe verhindern zu können und nicht in einem Meer von Mäusen zu ertrinken.
Man sollte sich schon nach der Geburt der Babys um die Folgen wie die evtl. Abgabe von Mäusebabys kümmern.

Nicht-mausgerechte Ernährung

Durch falsche Ernährung können Mäuse Vergiftungen, Verdauungsprobleme, Blähungen oder andere gesundheitliche Probleme wie Mangelerscheinungen bekommen.
Als Grundregel für jeden Halter sollte gelten: Menschliches Essen hat nichts im Mäusekäfig zu suchen, da vieles, was Menschen ohne Probleme vertragen, bei den Mäusen schwere Verdauungsschäden anrichten, sie sogar schwer vergiften kann.
Weiterhin können gut gemeinte Snacks aus dem Zoohandel wie Drops, Knabberstangen, Mehlkringel o.ä. mit Zucker und/oder Honig, unbekannten Zusatzstoffen oder Milcherzeugnissen zu Verdauungsproblemen oder zur Verfettung der Tiere führen.
Brot ist auch ein „guter“ Dickmacher und fördert den Zahnabrieb nicht, deshalb bitte aus dem Käfig lassen!

:!: Informationen zu mausgerechter Ernährung finden Sie hier.

Hamsterwatte / Watte als Nistmaterial

Davon sollte man lieber die Finger lassen, da die meisten Hamsterwatten nicht verdaulich sind - selbst die nicht, die als „vollverdaulich“ deklariert sind.
Außerdem können die Tiere sich durch die einzelnen Fasern Gliedmaßen abschnüren und sich schlimmstenfalls dabei erdrosseln. Zudem sind viele Watten aus synthetischen Fasern, die Urin und Schweiß der Mäuse nicht optimal durchlassen, so dass sie ein idealer Herd für Bakterien, Pilze und Viren sind.

:!: Informationen zu geeignetem Nistmaterial finden Sie hier.

Kleine Laufräder und/oder Schereneffekt, Laufkugeln/Joggingbälle

Bei Laufrädern mit kleinem Durchmesser muss die Maus häufig mit einer stark gekrümmten Wirbelsäule laufen, was auf Dauer zu Haltungsschäden und dem so genannten „Laufradschwanz“ führen kann.
Laufräder mit Schereneffekt können die Tiere beim Ein- und Ausstieg (gerade wenn zwei Tiere laufen wollen) lebensbedrohlich verletzten.

Nachteile von Joggingbällen:

  • meist zu kleiner Durchmesser → Haltungsschäden
  • unzureichend belüftet
  • aus Kunststoff → gefährliche Splitter beim Annagen
  • wenn die Maus mit dem Ball in der Wohnung läuft, kann sie:
    • durch Anstossen an Möbel eine Gehirnerschütterung oder durch Treppenstürze schwere Verletungen erleiden
    • nicht entscheiden, ob sie aufhören will zu laufen oder nicht
    • durch zu lange Trennung von der Gruppe ausgestoßen werden
    • durch die Enge in Panik geraten
    • ihre Umgebung nicht richtig wahrnehmen

:!: Informationen zu guten Laufrädern finden Sie hier.

Kunststoffeinrichtung

Einrichtungsgegenstände aus Kunststoff wie

  • Häuser
  • Röhren
  • Etagen
  • Leitern
  • Spielzeug

sollten nicht in den Mäusekäfig gelangen. Wenn Mäuse Kunststoff annagen, können harte und scharfkantige Splitter die inneren Organe der Maus verletzen.
Zudem ist eine optimale Belüftung bei vielen Plastikeinrichtungsgegenständen nicht gegeben, was zu Erkrankungen der Atemwege oder sogar einer Pilzinfektion durch Kondenswassersammlung führen kann.
Ein weiteres Problem besteht oft darin, dass Öffnungen in den Einrichtungsgegenständen zu eng für die Mäuse sind und sie eventuell darin stecken bleiben können.

:!: Informationen zu mausgerechten Häuschen finden Sie hier.

Gitterebenen, Laufräder ohne geschlossene Lauffläche, Metallheuraufen, Metallspiralen

Einrichtungsgegenstände aus Metall, bei denen die Mäuse mit den Beinen oder sogar dem Kopf durchrutschen können, sollten in keinem Käfig zu finden sein. Mäuse können sich daran verletzten und sogar Gliedmaßen schwer verstümmeln oder ersticken, wenn sie unglücklich abrutschen.

:!: Informationen zu sicheren Laufrädern finden Sie hier, zu mausgerechten Etagen hier.

Zu kleine Käfige

Bei zu kleinen Käfigen kann es zu schweren Verhaltensauffälligkeiten kommen, bei Käfigen mit unzureichender Belüftung zu Atemwegserkrankungen, die einen chronischen Verlauf nehmen können.
Oft kann es zu äußert aggressiven Verhalten bei Stachelmäusen kommen, wenn man sie auf zu engen Raum hält, daher sollten 100 cm Länge * 50 cm Breite und 100 cm Höhe nicht unterschritten werden..
Ein zu kleiner Käfig lässt sich zudem selten in einer Weise einrichten, die das arttypische Verhalten von Mäusen unterstützen würde.

:!: Informationen zur geeigneten Käfiggrösse finden Sie hier, zu mausgerechten Haltungsformen hier.

Mäuse baden/Mäuse und Wasser

Viele Halter denken, wenn ihre Mäuse etwas strenger riechen - oder damit sie einfach mal richtig „sauber“ werden - sollte man sie baden. Das ist falsch, Mäuse erleiden im Wasser Todesängste: Sie können zwar schwimmen, tun dies in der Natur aber nur unfreiwillig und im absoluten Notfall.
Deshalb Mäuse bitte im Trockenen lassen. Auch wenn man sie später fönt oder abtrocknet, können sie sich böse erkälten oder sogar einen Schock erleiden. Ganz abgesehen davon, dass sie bei so einer Aktion unter extremem Stress stehen.

Ähnlich stressend für Mäuse ist der Versuch, sie in einer Wanne mit etwas Wasser zu vergesellschaften. Die Tiere schmiegen sich zwar im nassen Zustand aneinander, da sie unter Todesangst stehen und kämpfen nicht; sobald die Mäuse sich eingehend geputzt haben und feststellen, dass die andere Maus ihr „erklärter“ Feind ist, brechen die normalen Rangkämpfe aber wieder aus.

:!: Informationen zu stressfreien und tiergerechten Vergesellschaftungsmethoden finden Sie hier. Bitte halten Sie sich daran und stellen Sie bei der Vergesellschaftung keine lebensgefährlichen Experimente mit den Mäusen an.

Es ist auch nicht notwendig, die Mäuse bei Hitze mit Wasser einzusprühen / zu übergießen. Die Mäuse geraten nach dieser „Dusche“ nur in Panik und beginnen sich hektisch zu putzen.
Bei Hitze lieber einen kühlen Stein in den Käfig legen.
Es gibt allerdings auch Stachelmäuse, die sich in einer flachen Schale mit Wasser welzen. Sie sollten jedoch ihrem Tier freistellen, ob es das mag oder nicht.

Mäuse zum Vergesellschaften mit Parfum einsprühen

Mäuse mit Duftstoffen (auch natürlichen!) zu behandeln, grenzt an Tierquälerei.
Die Tiere verlieren ihren natürlichen Geruch und müssen sich die chemischen Stoffe mühevoll abputzen, was auch gesundheitliche Probleme nach sich ziehen kann. Das Einreiben mit einem Duftstoff ist zudem eine Tortur für die empfindlichen Nasen der Mäuse. Die Mäuse geraten bei einer solchen Aktion unter extremen Stress.

Im Internet findet man häufig die Anleitung, Mäuse mit Duftstoffen einzureiben, um sie dann leichter vergesellschaften zu können. Das ist falsch! Die Mäuse verlieren, wie schon erwähnt, ihren natürlichen Geruch und können dadurch nicht mehr zwischen „Freund“ und „Fremder“ unterscheiden. Spätestens, wenn sie sich die Duftstoffe abgeputzt haben, erkennen sie das wieder und beginnen oft mit blutigen Revierkämpfen.

:!: Hier findet Sie die Anleitung zum richtigen Vergesellschaften.

Mäuse gegen ihren Willen aus dem Käfig holen

Einer der Gründe, warum Mäuse keine geeigneten Haustiere für kleine Kinder sind: Die Tiere werden oft gegen ihren Willen aus dem Käfig gehoben, teilweise sogar an ihrem Schwanz (was zu Verletzungen oder sogar zum Abriss führen kann) und nicht zuletzt nach einer langen Einfangjagd voller Panik für die Maus.
Durch diesen ständigen Zwang und dem damit einhergehenden Stress kann sich die Lebenserwartung der Tiere drastisch verringern und die Anfälligkeit für Krankheiten erhöhen.
Den Mäusen sollte es immer frei stehen, ob sie aus dem Käfig kommen wollen oder ob sie auf die Hand des Halters möchten.

Die Ausnahme hierfür ist eine erforderliche Medikamentengabe oder ein nötiger Gang zum Tierarzt, aber auch hier sollte das Einfangen so behutsam wie möglich durchgeführt werden (z.B. mit einer Papprolle, in die man die Maus laufen lässt).

:!: Informationen zur notwendigen Gesundheitskontrolle der Tiere hier.

Mäuse am Schwanz hochheben

Stachelmäuse sollte man niemals versuchen am Schwanz hochzuheben. Zum einem kann das schwere Bissverletzungen beim Halter bedeuten, zum anderen kann der Schwanz der Stachelmaus sehr schnell abreißen. Sollte das Tier sich irgendwo festhalten, niemals am Schwanz ziehen, damit die Maus loslassen muss.

Um zu verhindern, dass es zu Verletzungen kommen kann, sollte man das Tier am Besten mit einer Papprolle oder etwas ähnlichem aus dem Käfig nehmen bzw. das Tier auf die Hände kommen lassen oder die Hände unter das Tier schieben (wie beim Wasserschöpfen).
Stachelmäuse sind sehr neugierig und das Einfangen geht meistens ohne Probleme.

:!: Weitere Informationen zum Verhalten der Tiere hier.

Sandra Thees in Zusammenarbeit mit Johanna Richter 28.10.2006 22:49.

 
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stachelmaus/haeufige_fehler.txt · Zuletzt geändert: 2012/08/04 13:01 (Externe Bearbeitung)
 
 
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