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-Ein Artikel entgegen der weit verbreiteten Meinung Inzucht an sich wäre eine Krankheit... ​frei nach dem Motto „Ich kreuze zwei verwandte Tiere und die Nachkommen erkranken dann an Inzucht.“ Dennganz so ist es nicht.+Ein Artikel entgegen der weit verbreiteten MeinungInzucht an sich wäre eine Krankheit... ​Frei nach dem Motto„Ich kreuze zwei verwandte Tiere und die Nachkommen erkranken dann an Inzucht.“ Denn ganz so ist es nicht.
  
-Definitionsgemäß versteht man unter Inzucht die **Verpaarung von nahen Blutsverwandten**. Die Tatsache, dass Mutter und Vater hierbei relativ ähnliche Gene aufweisen, führt dazu, dass immer mehr Gene [[wp>​homozygot|homozygot]] (reinerbig) werden, also in beiden Chromosomensätzen der Nachkommen gleich vorhanden sind. Dieses Angleichen der beiden normalerweise unterschiedlichen Chromosomensätze begünstigt besonders das Sichtbarwerden rezessiver Gene im [[wp>​Phänotyp|Phänotyp]] ( = Erscheinungsbild,​ bezogen auf Merkmale, Eigenschaften,​ etc.). Das heißt also Gene, die normalerweise unterdrückt werden, werden dadurch sichtbar. Die Folge davon ist eine Erhöhung der Wahrscheinlichkeit für das homozygote Auftreten von Extremen in beide Richtungen, also sowohl möglicher krankhafter als auch eventuell positiver Genkombinationen. Einerseits lassen sich dadurch natürlich viel schneller erwünschte Merkmale ​durch Züchter ​herauszüchten,​ auf der anderen Seite ist das Risiko für das Auftreten [[wp>​rezessiv|rezessiver]] Krankheiten enorm erhöht.+Definitionsgemäß versteht man unter Inzucht die **Verpaarung von nahen Blutsverwandten**. Die Tatsache, dass Mutter und Vater hierbei relativ ähnliche Gene aufweisen, führt dazu, dass immer mehr Gene [[wp>​homozygot|homozygot]] (reinerbig) werden, also in beiden Chromosomensätzen der Nachkommen gleich vorhanden sind. Dieses Angleichen der beiden normalerweise unterschiedlichen Chromosomensätze begünstigt besonders das Sichtbarwerden rezessiver Gene im [[wp>​Phänotyp|Phänotyp]] ( = Erscheinungsbild,​ bezogen auf Merkmale, Eigenschaften,​ etc.). Das heißt also Gene, die normalerweise unterdrückt werden, werden dadurch sichtbar. Die Folge ist eine Erhöhung der Wahrscheinlichkeit für das homozygote Auftreten von Extremen in beide Richtungen, also sowohl möglicher krankhafter als auch eventuell positiver Genkombinationen. Einerseits lassen sich dadurch natürlich viel schneller erwünschte Merkmale herauszüchten,​ auf der anderen Seite ist das Risiko für das Auftreten [[wp>​rezessiv|rezessiver]] Krankheiten enorm erhöht.
  
 Oftmals ist es so, dass solche genetisch reinerbigen Lebewesen außerdem eine **geringere Vitalität und Widerstandsfähigkeit** gegen Krankheiten aufweisen, da ein Organismus möglichst viele unterschiedliche Geninformationen für seine Reaktionen auf Umwelteinflüsse benötigt. Als Folge davon verkürzt sich die Lebensdauer,​ oft sind die Tiere schon „normalen“ Infektionskrankheiten nicht mehr gewachsen. Oftmals ist es so, dass solche genetisch reinerbigen Lebewesen außerdem eine **geringere Vitalität und Widerstandsfähigkeit** gegen Krankheiten aufweisen, da ein Organismus möglichst viele unterschiedliche Geninformationen für seine Reaktionen auf Umwelteinflüsse benötigt. Als Folge davon verkürzt sich die Lebensdauer,​ oft sind die Tiere schon „normalen“ Infektionskrankheiten nicht mehr gewachsen.
  
-:!: Es handelt sich bei Inzucht also nicht um eine bösartige, todbringende Krankheit, sondern vielmehr um einen Prozess, der im Rahmen unkontrollierter ​Vermehrungen, ​die Ausbreitung von Erbkrankheiten fördern und die Lebenskraft der Tiere immens schwächen kann.+:!: Es handelt sich bei Inzucht also nicht um eine bösartige, todbringende Krankheit, sondern vielmehr um einen Prozess, der im Rahmen unkontrollierter ​Vermehrung ​die Ausbreitung von Erbkrankheiten fördern und die Lebenskraft der Tiere immens schwächen kann.
  
 Genauso können aber auch Versorgungsengpässe in der Säugeperiode,​ Stress der Elterntiere oder etliche andere Faktoren zu geschwächten Nachkommen führen, so dass man den Begriff der Inzuchtschädigung etwas umsichtiger verwenden sollte, als es oftmals der Fall ist. Genauso können aber auch Versorgungsengpässe in der Säugeperiode,​ Stress der Elterntiere oder etliche andere Faktoren zu geschwächten Nachkommen führen, so dass man den Begriff der Inzuchtschädigung etwas umsichtiger verwenden sollte, als es oftmals der Fall ist.
  
  --- //​[[toastig@gmx.net|Sarah Kremeyer]] 22.05.2006 14:06.//  --- //​[[toastig@gmx.net|Sarah Kremeyer]] 22.05.2006 14:06.//

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